Noch ein Sommerwochenende in Neusalza. Wir fahren nach Hasel (Líska) und steigen zunächst auf den Kaltenberg (Studenec). Der Berggipfel hat Geschichte. Mein erster Besuch dort oben war eher abenteuerlich, verwachsener Aufstieg, ein wackliger, verrosteter Aussichtsturm und keinerlei Wegemarkierung. Das ist mehr als 30 Jahre her. Der Aufstieg war abenteuerlich. Dann entdeckten die Tschechen abseits aller alten Ideologie die Schönheit der Grenzgebiete. In der Sächsischen Zeitung berichtete man über Pläne, den Aussichtsturm wieder herzurichten und bat um Spenden. Auch ein paar Euro von mir stecken in den gusseisernen Turm. Heute ist er gefahrlos zu besteigen, allerdings schränken einige Bäume die Aussicht ein. Der Turm nur 16,2 Meter hoch, zu klein für größere Bäume wie Eschen. Wir steigen herunter, laufen ein große Runde weglos um den Kleinen Ahrenberg (Maly Javorník) und steigen dann zum gut besuchten Goldberg (Zlatý vrch) auf. Die Basaltsäulen des Berges sind imposant. Etwas Ähnliches habe ich auf der Welt noch nicht gesehen, und ich bin ziemlich herumgekommen. Am Silberberg (Stříbrný vrch) gesellt sich zu den Basaltsäulen noch eine fantastische Aussicht. Über aussichtsreiche Wiesen geht es zurück zum Aussichtspunkt.
Aufstieg zum KaltenbergBlockhalden am Kaltenberg, Als Besonderheit finden sich am östlichen Bergabhang rundliche Basaltfelsen, sogenannte Vulkanische Bomben. Aussichtsturm auf dem KaltenbergAuf dem Kaltenbergturm, knapp über einigen BäumenKaltenbergturmKaltenberg von PassRast auf der WieseWeg zum GoldbergHeldentod für Kaiser, König und VaterlandImposante SteinmännchenImposante Basaltsäulen, die wurden bis Holland zur Küstensicherung geliefertSilberbergKaltenberg mit gut sichtbaren GeröllhadenBlick bis ins Elbsandsteingebirge in Sachsenwir zweiSommer in NeusalzaTrack
Perfektes Wanderwetter und ich begebe mich auf alte Pfade mit ein paar Neuentdeckungen. Ich starte in Schönlinde (Krásná Lípa), wo ich zunächst eine Geocache suche. Dieser widmet sich der „Waldhauserin“ Anna Waldhauser, die als deutsch-böhmische Heimatdichterin und Schriftstellerin Werke im Schönlinder Dialekt verfasste. Einem längst vergessenen Dialekt, der mit der Ausweisung der Sudentendeutschen 1946 verschwand. Sie selber entzog sich der Katastrophe durch Freitod.
DOS FRIEJOHR
Ich weeß wull, doß anderschwu dos liebe Friehjohr ehnder kimmt, dar Schniepontsch und dar kaalde Wind vill zeit’cher schund Reißaus nimmt. Dos olles weeß’ch, und aben sprach’sch, verzeih mr Gott de Sinde: Ich wie ne hie, wu’s schinner is, ich liebe ei Schillinde.
Anschließend besuchte ich den sehenswerten Schönerlinder Friedhof. Inzwischen wird das Highlight des Ortes, das Neorenaissance-Mausoleum des Textilfabrikanten Carl August Dittrich, renoviert. Noch vor wenigen Jahren war es einsturzgefährdet und durch Vandalen in Mitleidenschaft gezogen. Dann ging es bergauf zum Maschkenberg (Maškův vrch) (548 m), wobei ich vorher noch den Wasservorrat an der Hanička-Quelle auffüllen konnte. Sie ist nach Hana Andrlíková aus Schönlinde benannt, die sie 2005 gefunden hat. Auf Köglers-Naturpfad (Köglerova naučná stezka) lief ich weiter nach Khaa (Kyjov), wo ich am Rande der Sandsteinfelsen ein wenig kraxeln konnte. In Tal der Kirnitzsch (Křinice) ging der Weg weiter bis zur Burgruine Schönbuch (Krásný Buk) und dann vorbei an sehenswerter, damals wegweisender Industriearchitektur zurück zum Ausgangspunkt.
wunderschöne Jugendstilreliefs auf dem Schönerlinder FriedhofImposante Grabmale ehemaliger Textilfabrikenbesitzerder Stil hat sich stark verändertDittrich-Mausoleumdas muss man sich erst einmal erarbeiten… 😉Blick zur Lausche, zum Weberberg und zum Tannenberg Hanička-Quelle Leider hat der Maschkenberggipfel keine AussichtenVom einstigen Wald stehen nur noch die Lärchen, Kiefern und vereinzelt WeißtannenAnfang August wird es Herbst, das Heidekraut blüht Stausee von Khaa traditionelles Haus in Khaaam Rande der SandsteinfelsenKhaatal, unten fließt die Kirnitzsch nach Hinterhermsdorf in SachsenWilde Wandergegendüber diese Treppen haben wir die Patenmädels gescheucht, als sie noch klein warenRussischer BärSommerfrischekaum zu erahnen, Burgruine SchönbuchReste des BergfriedsTextilfabrik Schindler, wegweisende Industriearchitekturüberall Hingucker für Architekturinteressierte
Dieses Wochenende bin ich alleine in Neusalza. Ich mache eine kleine Rundwanderung. Los geht’s vom Ferienhaus, zunächst zur Spree und dann auf den Hahneberg, wo ich Cachekontrolle durchführe. Die Wege sind unglaublich zugewachsen, auf den Aussichtsbänken hat schon lange niemand gesessen. Schade dass hier niemand mehr wandert. Ich laufe weiter zum Kompaniebruch, einem wassergefüllten Steinbruch. Dann gucke ich mir zwei weitere Steinbruchseen in der Nähe an. Über Oppach und das ehemalige Fugau geht es zurück zum Ausgangspunkt.
Blick vom HangKreuz mit zugewachsener BankKompaniebruchHütte im Waldein namenloser SteinbruchseeMähhhh….Haus in OppachGrenzübergang Fugau, seit neuestem asphaltiertWeg zum Kreuz Oberfugau Richtung Neusalzaeins der wenigen Relikte des DorfesHinter dem Grenzstein liegt schon Neusalza
Da André heute nicht mitwandern kann, entscheide ich mich für eine kurze Wanderung in der Nähe von Neusalza. Ich fahre mit dem Bus bis Lawalde Schlagschenke und wandere zurück nach Neusalza. Es geht durch die Lawalder Dorfaue zur schönen Kirche mit dem separat stehenden Kirchturm. Über den Kuhberg laufe ich auf verwachsenen Pfaden nach Schönbach. Von hier steige ich zum Schwarzen Bruch auf. Leider sind die urigen freilebenden Ziegenböcke nicht mehr da. Wanderer erzählten mir, das Gerücht gehe um, der Wolf hätte sie geholt. Naja… Weiter geht es zum Güttlerbüschl, wo ich Cachekontolle machen will, die Dose jedoch nicht mehr finde. Hier muss eine Neue her. Bis zum Ferienhaus ist es nun nicht mehr weit.
Dorfaue LawaldeKirche Lawalde mit freistehendem TurmKirche LawaldeSünderstein, hier gab es einen Multicache zu findenGroße KardeSchönbacher Hügelagressiver SchwanSchönbachSchönbach, wie so häufig gibt es diese Gaststätte nicht mehrBrunnen in SchönbachEiscafé Oberlausitz, leider noch geschlossenUmgebindehaus in SchönbachSchwarzer BruchRotkappeSommerThors Amboss im GüttlerbüschlNeusalza-Spremberg mit Jüttelsberg/Jitrovnik im HintergrundWiese vor den SchmiedesteinenSchmiedesteinbaudeSchmiedesteineReiterhaus Neusalza-SprembergReiterhausSpree auf dem Weg nach Berlin
Wochenende in Ostsachsen, wir wollen am Samstag nicht so weit fahren und starten in Gröditz bei Weißenberg. Die Gröditzer Skala ist eine der vielen Durchbruchstäler, in denen das Löbauer Wasser tiefe Rinnen in die sonst eher liebliche Hügellandschaft formte. Nach der Wanderung schauen wir in Neusalza, ob es nach dem Regen Pilze gibt. Wir werden überrascht und müssen T-Shirts zu Beuteln zusammenknüpfen, soviel Pfifferlinge finden wir. Und so gibt es bei meinem Vater heute ein Sonntagsessen mit selbst gemachtem Kartoffelbrei (Staback) und gebratenen Pfifferlingen (Gehlchen). Gibt es etwas Schöneres als an die Kindheit erinnert zu werden?
Schloss Gröditz, hier beginnt die WanderungBlick in die Landschaftin der Gröditzer Skala, fast ein Urwald, weil kaum noch jemand von den Einheimischen wandert…Löbauer Wasserurige BrückeViadukt der ehemaligen Bahnstrecke Löbau–Radibor SommerBauerngarten in WeichaNach der Wanderung fahren wir nach Löbau. Im Bild das schmale Handtuchhaus. Rathaus LöbauPfifferlinge im Waldviel Arbeit, die Pilze zu putzenGartenteich bei RudiSonntagsessen, Gehlchen mit Staback und Pfirsichkompott.