
Ich hätte es ja nicht erwartet, aber mich hat eine Stadt in Sachsen-Anhalt so richtig zum Gruseln gebracht. Aber der Reihe nach. Nach einer Familienzusammenkunft aus weniger schönem Grund wollten wir, wenn wir schon so weit in den Süden fahren (Thüringen), auch das Wochenende nutzen und eine Stadt erkunden, in der wir noch nie waren. Die Wahl fiel auf Weißenfels. Keine Ahnung was mich dabei geritten hat, wohl die vielversprechenden Fotos eines mittelaterlichen Stadtkerns samt Schloß, an der Saale gelegen. Immerhin, unsere Unterkunft „Hotel Restaurant Jägerhof“ war toll, gelegen in einen mittelalterlichen Gebäude mit dicken Mauern, und einem Restaurant mit erstaunlich guter Küche. Unser Streifzug durch die Innenstadt war dann eher ernüchternd. So schlimm sah es nicht mal in Zittau zu DDR-Zeiten aus. Eine komplett tote Innenstadt in der fast niemand wohnt, abbruchreife, teils historische Gebäude, seltsame Gestalten die biertrinkend in Jogginghose herumsitzen und einem interessiert hinterhergucken, Brrr…. Dazwischen einige wirklich interessante Gebäude, zum Beispiel das Geleitshaus, in welchem der Leichnam des Schwedenkönigs Gustav Adolfs II. nach seinem Tod in der Schlacht bei Lützen hier seziert und einbalsamiert wurde. Die Stadt hat echt Geschichte zu bieten, Novalis war hier tätig, Händels muskalisches Händchen wurde entdeckt, Bach hatte in der Schlosskirche zu tun, die Liste der Persönlichkeiten ist lang. Um so schlimmer, was aus dieser Stadt geworden ist. Da wundert es nicht, dass auffällig viele Autos mit Deutschlandfahnen geschmückt durch die Gegend fahren. Privilegiert durch Geburt… Ernüchtert sind wir zum Hotel zurückgekehrt, haben gut gegessen und sind dann am Sonntag 20 km entfernt erstaunt gewesen, das absolute Kontrastprogramm zu erleben. Dazu aber später… Weißenfels können wir allerdings keinem als Zwischenstopp empfehlen. Lieber etwas weiter fahren…




























































































































