Gruseln in Weißenfels

Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels

Ich hätte es ja nicht erwartet, aber mich hat eine Stadt in Sachsen-Anhalt so richtig zum Gruseln gebracht. Aber der Reihe nach. Nach einer Familienzusammenkunft aus weniger schönem Grund wollten wir, wenn wir schon so weit in den Süden fahren (Thüringen), auch das Wochenende nutzen und eine Stadt erkunden, in der wir noch nie waren. Die Wahl fiel auf Weißenfels. Keine Ahnung was mich dabei geritten hat, wohl die vielversprechenden Fotos eines mittelaterlichen Stadtkerns samt Schloß, an der Saale gelegen. Immerhin, unsere Unterkunft „Hotel Restaurant Jägerhof“ war toll, gelegen in einen mittelalterlichen Gebäude mit dicken Mauern, und einem Restaurant mit erstaunlich guter Küche. Unser Streifzug durch die Innenstadt war dann eher ernüchternd. So schlimm sah es nicht mal in Zittau zu DDR-Zeiten aus. Eine komplett tote Innenstadt in der fast niemand wohnt, abbruchreife, teils historische Gebäude, seltsame Gestalten die biertrinkend in Jogginghose herumsitzen und einem interessiert hinterhergucken, Brrr…. Dazwischen einige wirklich interessante Gebäude, zum Beispiel das Geleitshaus, in welchem der Leichnam des Schwedenkönigs Gustav Adolfs II. nach seinem Tod in der Schlacht bei Lützen hier seziert und einbalsamiert wurde. Die Stadt hat echt Geschichte zu bieten, Novalis war hier tätig, Händels muskalisches Händchen wurde entdeckt, Bach hatte in der Schlosskirche zu tun, die Liste der Persönlichkeiten ist lang. Um so schlimmer, was aus dieser Stadt geworden ist. Da wundert es nicht, dass auffällig viele Autos mit Deutschlandfahnen geschmückt durch die Gegend fahren. Privilegiert durch Geburt… Ernüchtert sind wir zum Hotel zurückgekehrt, haben gut gegessen und sind dann am Sonntag 20 km entfernt erstaunt gewesen, das absolute Kontrastprogramm zu erleben. Dazu aber später… Weißenfels können wir allerdings keinem als Zwischenstopp empfehlen. Lieber etwas weiter fahren…

Detail am Geleitshaus
Kunst kaschiert Ruinen
Innenstadt Weißenfels von oben
Schloss Weißenfels von seiner Schokoladenseite
Berühmtheitenliste an der Schlosskirche
auch so sieht das Schloss aus…
Schlosszufahrt, seltsamerweise hat man an renovierten Teil des Schlosses alles, aber wirklich alles grau angepinselt
barocker Marstall des Schlosses, einsturzgefährdet
verwachsenes Haus an der Schlossmauer
hier kommt jede Hilfe zu spät, eingestürztes mittelalterliches Gebäude
ob das noch politisch korrekt ist 😉 ? Symbol an der Mohrenapotheke
Schloss Weißenfels
Detail in der Innenstadt
Weißenfels, zusammenfallende Gebäude
Weißenfels, zusammenfallende Gebäude
Weißenfels, zusammenfallende Gebäude
Weißenfels, zusammenfallende Gebäude
Weißenfels, zusammenfallende Gebäude
historisch interessant, und doch abgeranzt…
ein toller Brunnen, der uns sehr gefiel; hier konnte man die Brunnenfiguren bewegen
Weißenfels, zusammenfallende Gebäude
Weißenfelser Schusterjunge
Novalis-Denkmal

3 Gedanken zu „Gruseln in Weißenfels“

  1. Hallo Lutz,
    ich bin ehemalige Weißenfelserin, trotz Lokalpatriotismus verstehe ich Ihren Eindruck von der Stadt. Es gibt sicher schönere. Mir gefällt aber Ihre Aufnahme vom Weißenfelser Schusterjungen. Würden Sie mich dazu bitte kontaktieren?
    MfG.

  2. Hallo Lutz,

    ich bin nun im „reifen Jugendalter“ von 66 Jahren und bin im Weißenfels geboren.Leider wurde ich mit
    16 aus meiner Heimatstadt „verbannt“,Lehre mit Abi,3 Jahre Fahne,Studium,Heirat und damit Umzug
    in die Heimat meiner (Ex) Frau,in das heutige nördliche „Landeshauptdorf“.Viele sagen schöne Gegend,
    schöne Stadt,nicht weit zur Ostsee ,aber meine Heimat,nein, meine Heimat ist und bleibt Weißenfels.
    Ich habe viele Länder und Städte der Welt gesehen,ob privat oder durch einen längeren Dienstaustausch mit einer Behörde in Frankreich bzw auch in den Niederlanden. Mein heutiges Fazit,je älter ich werde,um so schöner wird für mich Weißenfels. Viele haben auch schon zu DDR Zeiten gesagt-na, Weißenfels ist „Drecknest“,für meine Freunde/ Kumpels und mich war es das nicht,vor allem wenn man dann die Gegend gleich hinter Weißenfels ,in südliche Richtung mit dem „Feuerstuhl“ bereist hat…..Natürlich waren regelmäßige Besuche bei meinen Eltern,als diese noch lebten, mit Frau,Kindern,Enkel angesagt,es war jedes Mal für mich ein Besuch meiner!!!!!! schönsten Stadt.Vielleicht verklärt sich im Alter vieles,aber Weißenfels ist SCHÖN und auch noch die letzte Ecke,wo viele sagen GRUSELIG hat für mich einen ganz besonderen Reiz.Ich bin ein Weißenfelser Lokalpatriot.Leider komme ich nur noch selten für 1-2 Tage in meine Heimat und dann auch nur zum Besuch des Friedhofes,ich freue mich aber jedes Mal wie ein „Kleinkind“ auf diese Besuche.
    Weißenfels gruselig- ich sage NEIN und ruhig mal Weißenfels „erkunden“, es lohnt sich.
    Trotzdem schöne Bilder!!!!!

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